Der Steinbock

 

23. Dezember bis 19. Jänner 

Passende Partner: Stier, Jungfrau, Krebs

 

Die meisten in diesem Zeichen geborenen Hunde genießen das Leben erst richtig, wenn sie älter und ihre stürmischen Jugendjahre vorbei sind. Aber das ist schon so ziemlich alles, was sie mit dem Schützen gemeinsam haben. Der Steinbock-Hund ist nüchtern, steht mit allen viel Pfoten fest auf der Erde, und obwohl  er bereit ist, sich um seines Vorteils willen erziehen zu lassen, bleibt er nur ungern länger als absolut nötig in untergeordneter Stellung. Daraus könnte man schließen, dass er sich ausgezeichnet für Ausstellungen eignet, und das trifft auch zu, aber bevor Sie Ihren Hund zu einer Ausstellung anmelden, bedenken Sie eines: der einzige Platz, auf den ein Steinbock-Hund Wert legt, ist der erste. Ob er zweiter oder letzter wird, ist für ihn dasselbe, denn in beiden Fällen hat er das Gefühl, versagt zu haben, und das führt unweigerlich zu einem akuten Anfall von Depression.

Wenn Sie also nicht sicher sind, dass Ihr Hund wirklich eine Chance auf den ersten Preis hat, meiden Sie lieber Ausstellungen. Die Dinge stehen allerdings anders, wenn Sie bereit sind, es mit der Depression aufzunehmen und ihm mit viel Geduld einzureden, dass er nächstes Mal ganz sicher der Größte sein wird. Sobald Sie das geschafft haben, besorgt sein Ehrgeiz alles übrige. Die Schwermut ist wie weggeblasen, und er wird Ihre Bemühungen nach Kräften unterstützen, um die einzige für ihn erstrebenswerte Stellung zu erreichen - die an der Spitze. Sie werden Geduld brauchen, weil er sich nicht drängen lässt, aber sobald Sie ihm geholfen haben, seine Schwächen z überwinden und ihn davon überzeigen konnten, dass die goldene Plakette tatsächlich im Bereich des Möglichen liegt, gibt es keinen Grund, warum Sie es nicht mit ein wenig Glück auf die Titelseite der Tageszeitungen schaffen sollten. Bevor Sie jedoch an solche Auszeichnungen denken können, müssen Sie sehr genau auf ihn aufpassen, vor allem während seiner Jugendzeit, in der er zu Krankheiten neigt, und zwar besonders zu Hautleiden. Wenn Sie meinen, dass er Flöhe hat, desinfizieren Sie ihn sofort. Zuviel Kratzen kann zu unangenehmen Ausschlägen führen. Ist er erwachsen, wird sich die physische Gefährdung einstellen - der Snobismus.

Der Seinbock-Hund leidet nicht eigentlich an Superioritätskomplexen. Er weiß einfach, dass er den andern überlegen ist. Das kann dazu führen, dass er bei seinesgleichen unbeliebt wird. Hunde, die sich für besser halten als andere, geraten in Verruf, und werden, wenn sie sich nicht umstellen, sogar von der Hundegesellschaft ausgestoßen. Die Trennung von der großen Herde wird Ihren Hund nicht im geringsten beeindrucken, kann Ihnen aber beträchtliche Schwierigkeiten bereiten. Nehmen Sie zum Beispiel seine Einstellung zu den öffentlichen Treffpunkten der Hunde, den örtlichen Bäumen und Laternenpfählen. Die Hunde besuchen sie so wie wir zu Parties besuchen, nicht nur, um sich zu erleichtern, sondern vor allem um über die neusten Ereignisse in der Umgebung untereichtet zu sein und herauszuschnüffeln, wer neu zugezogen ist. Plebejische Durchschnittshunde verhalten sich jedenfalls so. Nicht aber ein Steinbock. Ich habe einmal von einem Londoner gehört, der eine Wohnung und einen wohlerzogenen, tadellos dressierten Dackel besaß. Das Benehmen des Hungers war in  jeder Beziehung einwandfrei - nur in einer einzigen nicht. Wenn er von einem Spaziergang heimkehrte, pinkelte er immer an einen Kleiderständer im Vorraum. Das trieb seinen Besitzer zur Weißglut, bis ihm endlich klar wurde, dass sein Dackel lieber eine Harnleiterverengung in Kauf nahm (so wie der Zwilling, allerdings aus anderen Gründen), als an einem der senkrechten Objekte auf seinem Weg Wasser zu lassen, die ständig von den nicht so standesbewussten Hunden des Bezirks benützt wurden. Der Londoner löste das Problem, indem er auf seinem kleinen Balkon einen Strauch in der Nähe des Abflussrohres pflanzte und seinem Steinbock-Gefährten bei jeder Heimkehr "Raus!" zubrüllte. Das ist ein sehr gutes Beispiel dafür, wie erfinderisch Not machen kann.

Sind die Umstände nicht so zwingend und dramatisch, sollten Sie Ihren Steinbock-Hund daran hindern, sich zu Ihrem Diktator aufzuschwingen. Wenn er erst einmal begreift, dass er die Oberhand hat, wird er die Führungsposition nie mehr abgegeben, und eines Tages bemerken Sie dann, dass er nicht Ihr Leben teilt, sondern es weitgehend bestimmt. Er hat dabei eigentlich keine bösen Absichten - es macht ihm einfach Spaß, der Stärkere zu sein, und er kapiert sofort, wenn er im Vorteil ist. Sie können ihn dadurch ablenken, dass Sie ihm dort eine scheinbare Vorrangstellung einräumen, wo er Ihnen eigentlich einen Dienst erweist, statt Sie zu beherrschen. Besonders gut geeignet dafür sind das Telefon oder die Türglocke. Ertönt eine der beiden Klingeln, tun Sie, als wären Sie ein wenig taub und hätten nichts gehört. Ihr Hund wird bellen und, wenn das nicht hilft, Sie am Ärmel ziehen. Sie sollten sich dann erstaunt umsehen, sich mit der Hand an die Stirne greifen, als hätten Sie soeben eine göttliche Eingebung empfangen, und ihn laut loben, weil er so gescheit und aufmerksam ist. Er wird sich im Vollgefühl seiner Leistung sonnen, und, soweit er in dieser Wohnung Gott sei Dank wenigstens ein Wesen gibt, das kein Vollidiot ist.

Sehen wir der Wahrheit ins Auge: er ist ein gesellschaftlicher Streber, und Sie sind es natürlich nicht. Aber vielleicht müssen Sie gelegentlich vornehme Bekannte besuchen, die sich nicht nur ein Haus auf dem Land, sonder auch das dazugehörige Personal leisten können. Als Besitzer eines Steinbock-Hundes müssen Sie keine Angst mehr vor dem hochnäsig-mitleidigen Blick haben, den der Butler auf Ihren abgenützten Koffer wirft, wenn er ihn aus dem Auto hebt. Ihr Hund hat den Butler bereits an die Wand gespielt, indem er das Schloss betritt, als gehöre es ihm, und Ihr Gastgeber ist gerade damit beschäftigt, ihn als seinesgleichen zu begrüßen. Ihr Hund wird der Meinung sein, dass ihm dieser Empfang gebührt, und wenn er sprechen könnte, würde er Ihnen zweifellos zuflüstern: "Damit hätten wir's diesem verdammten Butler gezeigt."

Der Steinbock-Hund sorgt dafür, dass Sie immer in Bewegung sind, und sobald Sie seine unersättliche Machtgier in die Schranken gewiesen haben, kann er der amüsanteste aller hündischen Gefährten sein.

 

Sie sollten:

Ihn auf eine Ausstellung schicken, vorausgesetzt, Sie sind davon überzeugt, dass er den ersten Preis macht. Wegen Krankheiten aufpassen, solange er klein ist, vor allem wegen Hautleiden. Begreifen, dass er nichts dafür kann, wenn er ein Snob ist. Er ist schon so geboren. Ihm glauben lassen, dass er den Laden schmeißt.

Sie sollten nicht:

Ihn loben, weil er den zweiten Preis gemacht hat, Es heiterst ihn ja doch nicht auf. Ihn zur Eile drängen. Ihn zu Hause lassen, wenn Sie ein vornehmes Landhaus besuchen. Ihm erlauben, tatsächlich den Laden zu schmeißen.

Gesundheit:

** Hautausschläge und -infektionen. Knie

  * Depressionen