Der Wassermann

 

20. Jänner bis 19. Februar 

Passende Partner: Zwillinge, Waage, Widder, Löwe

 

Sollten Sie sich nur deshalb einen Hund wünschen, weil Sie ihn lieben, verwöhnen, mit Beweisen Ihrer Zuneigung überhäufen, verhätscheln und verzärteln wollen, dann dürfen Sie sich keinesfalls einen Wassermann-Hund zulegen. Das wäre ein schwerer Fehler. Er wird das Gefühl haben, dass Ihr allzu besitzergreifend Verhalten ihn unterdrück, erstickt. Das heißt nicht, dass  er von Natur aus unfreundlich ist, er misstraut nur instinktiv der offensichtlichen Zurschaustellung von Gefühlen; sie ist ihm peinlich, er zeiht es vor, seelisch unabhängig zu bleiben. Die meisten Wassermann-Hunde sind wir gute Börsenmakler, liebenswürdig, aber zurückhaltend. Sie denken viel über die Zukunft nach, verfügen über ein beträchtliches Maß an Intuition und benehmen sich manchmal, als wären sie vierbeinige Computer. Sie neigen auch dazu, Organisationen beizutreten, vor allem humanitären, und wenn Sie einen Wassermann-Hund finden können, der ein gutes Gedächtnis hat (die meisten sind sehr vergesslich), gibt er einen ausgezeichneten Blindenhund ab. Er wird es nicht eilig haben, sich Ihnen eng anzuschließen, aber wenn er einmal zu der Überzeugung gelangt ist, dass Sie seiner Freundschaft würdig sind, wird er Ihnen loyal ergeben sein und Sie nicht im Stich lassen. Außerdem werden seine Unabhängigkeit und Selbstsicherheit auf Sie abfärben; er mag zwar eigentlich uninteressiert und distanziert wirken, aber nur deshalb, weil er damit beschäftigt ist, eine Situation zu überdenken und dabei seinen klaren Verstand nicht durch Gefühle beeinträchtigen lassen möchte.

Für den durchschnittlichen Hundebesitzer kann jedoch das für den Wassermann charakteristische Bedürfnis, sich einer größeren Gruppe anschließen, zu Schwierigkeiten führen. Stellen Sie sich beispielsweise vor, dass Sie einen langen, besinnlichen Spaziergang unternehmen wollen, um in aller Ruhe über ein besonders heikliches Problem nachzudenken. Wenn Sie einen Wassermann-Hund mitnehmen, wird das Problem sicherlich ungelöst bleiben. Entweder wird er verschwinden, um mit einer Schar befreundeter Hunde zu spielen, oder er wird die ganze Schar veranlassen, Sie auf den Spaziergang zu begleiten. Eine unaufhörliche Gebell-Kakophonie hindert Sie dann daran, Ihre friedlichen Gedankengänge zu verfolgen. Es werden Ihnen so viele fremde Vierbeiner vor die Füße laugen, dass Sie sich wie ein widerstrebender Noah vorkommen, der seine widerspenstige Herde zu der weit entfernten Arche triebt.

Noch mehr Unheil kann Ihr Hund allerdings anrichten, wenn er darauf besteht, dass Sie die Besitzer seiner Freunde kennenlernen. Am schnellsten erreicht er das, indem er diesen Besitzern auf den Fuß folgt, ganz gleich, wohin sie gehen, und Ihre immer dringlicher werdenden Aufforderungen, zu Ihnen zurückzukehren, missachtet. Sie sind schließlich gezwungen, sich den Fremden zu nähern und Ihren Hund mit Gewalt von ihnen loszueisen. Dabei murmeln Sie Entschuldigungen für sein schlechtes Benehmen, wissen aber genau, dass es so aussieht, als könnten Sie mit ihm nicht fertig werden. Sind die Fremden zufällig attraktive Angehörige des andere Geschlechts, haben diese listig eingefädelten Bekanntschaften gelegentlich etwas für sich, aber wenn Sie gerade darüber nachdenken, wie Sie Ihre Einkommensteuer bezahlen oder Ihren vorübergehend von Ihnen getrennt lebenden Ehepartner versöhnen können, sind Sie wahrscheinlich nicht in der Stimmung, die sich bietende Gelegenheit auszunützen.

Aber verzweifeln Sie nicht! Es könnte noch viel ärger kommen. Sie sind wenigstens nicht gezwungen, ihn aus Kämpfen zu retten. Der Wassermann-Hund ist einfach nicht zum Kämpfen geboren. Ihm ist klar, dass kriegerische Auseinandersetzungen in dise4r unvollkommenen Welt unvermeidlich sind, aber er überlässt sie anderen. Er ist nicht unbedingt gegen Gewalt, hat aber keineswegs die Absicht, sich in Konflikte hineinziehen zu lassen. Das heißt jedoch nicht, dass er absolut gefügig und beeinflussbar ist. Ganz im Gegenteil. Wenn er will, übertrifft er jedes dickschädlige Maultier an Eigensinn. Und weil er wesentlich intelligenter ist als ein Maultier, wird er schließlich nicht nur seinen Kopf durchsetzen, sonder zu seiner Befriedigung (aber nicht zu der Ihren) auch beweisen, dass er der einzige ist, der wirklich etwas zu sagen hat. Weil er dazu neigt, ständig in der Zukunft zu leben und weil er über Intuition verfügt, treffen sine Vorahnungen oft erstaunlich genau zu.

Vorahnungen dieser Art können sehr nützlich sein; er weigert sich zum Beispiel, ein fremdes Hotel zu betreten, das später bis auf die Grundmauern abbrennt, oder, wie sich weniger dramatisch herausstellt, verwanzt ist. Andererseits können sie sehr lästig werden; er entwickelt zum Beispiel eine ausgeprägte Abneigung gegen das Mädchen, das Sie mit sehr konkreten Absichten zu einer Spazierfahrt in Ihrem Auto überreden. Ihr loyaler Wassermann-Hund, der genau weiß, dass diese romantische Zuneigung früher oder später mit einer Katastrophe enden wird, und der Ihnen soviel Kummer wie möglich ersparen will, wird entsprechende Maßnahmen ergreifen, um Ihre Leidenschaft im Keim zu ersticken. Entweder versteckt er sich im Auto und wartet ruhig auf dem Rücksitz, bis er im richtigen Augenblick in Erscheinung treten kann; oder, falls ihm das nicht glückt, folgt er dem Wagen, bis Sie auf einen stillen Feldweg anhalten. Dann springt er atemlos durch das offene Fenster und landet gerade im kritischen Moment kotbespritzt zwischen Ihnen und Ihrer Liebsten. Begreiflich, dass Sie über sein Eingreifen nicht begeistert sind. Aber bitte beherrschen Sie sich und bestrafen Sie ihn nicht, denn später, wenn die Zukunft Gegenwart geworden ist, haben Sie ganz bestimmt Ursache, ihm dankbar zu sein. Denken Sie immer daran, dass der Wassermann-Hund mehr in kommenden Zeiten als, in der Gegenwart lebt. Das kann Ihnen helfen, die scheinbar Widersprüche in seinem Charakter zu verstehen und seine diversen, sehr realen Vorzüge zu schätzen.

Sie sollen:

Ihm erlauben, Hundeklubs beizutreten. Seinem intuitiven Urteil vertrauen. Seinen angeborenen Pazifismus respektieren. Daran denken, dass Sie im Heute leben, er aber im Morgen.

Sie sollten nicht:

Ihm gestatten, Sie zum Ehrenpräsidenten der obenerwähnten Klubs zu ernennen. Seine Vorahnungen nicht beachten. Sich Sorgen machen, wenn er gelegentlich in einer anderen Welt zu leben scheint.

Gesundheit:

* * Zu großer Kälte im Winter, zu große Hitze im Sommer tun ihm nicht gut.

   * Schwache Fußgelenke. Allenfalls Kreislaufstörungen